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Donnerstag, 30. Juni 2011

Kung Fu Panda 2 - Animations-Feuerwerk in 3D...

...ist wie Animations-Feuerwerk in 2D. Nur, dass man ne' Brille auf der Nase hat, die ständig verrutscht. Weil's aber trotzdem lustig bunt aussieht und obendrein einen mächtigen Krawumm-Faktor mitbringt, sorgt Dreamworks' Panda-Kung-Fu auch im zweiten Anlauf für einen Kick! Darin wird das Feuerwerk nicht nur dazu verwendet um hübsche Figürchen in den Nachthimmel zu zaubern, sondern in erster Linie um das altertümliche China zu zerstören. Und Kung-Fu gleich mit. Weil aber Po, besser bekannt als DER dicke, fette Panda (Hape Kerkeling / engl. Jack Black) nach vielen Trainingseinheiten und unzähligen Treppenstufen endlich verstanden hat wie das geht, zieht er im zweiten Teil der knuffigen Animationsklopperei aus, um das Tal des Friedens abermals vor der Verwüstung zu retten. Mit dabei sind natürlich wieder die furiosen Fünf (Ralf Schmitz, Tobias Kluckert, Stefan Gossler, Cosma Shiva Hagen & Bettina Zimmermann), jede Menge Humor und ein Haufen Reisklößchen.

Es könnte alles so schön sein. Im alten China. Überall stehen niedliche Häuschen, die Kirschbäume blühen um die Wette und die knuffigen Einwohner des Tals des Friedens schlürfen munter ihre Nudelsuppe. Wäre da nicht der griesgrämige Albino-Pfau Shen (Hans- Jürgen Dittberner / engl. Gery Oldman), der, von einer düsteren Prophezeihung angetrieben, mit aller Macht und brutaler Hand...beziehungsweise Feder versucht das Land zu unterjochen. Lediglich der Drachenkrieger, der im ersten Teil vom Suppenprofi zum Kung-Fu Meister avenciert ist, kommt in Frage, um sich dem mächtigen Pyromanen in den Weg zu stellen. Dabei findet der Panda auf schmerzhafte Art und Weise heraus, dass sich ihre Wege nicht zum ersten Mal kreuzen.

Soweit so cool. Das größte Problem des Films findet sich aber schon in dem obigen Absatz wieder. In acht Zeilen Text finden sich knapp ein Duzend Attribute der Güteklasse 'brutal', 'düster' und 'schmerzhaft' wieder. Genau das ist Kung-Fu Panda 2 über weite Strecken: Düster und traurig. Das ist okay für einen Bruce Willis-Streifen. Aber nicht für einen Animationsfilm, dessen Charaktäre und Schauplätze von vorne bis hinten für Kinderherzen designed worden sind. Zusätzlich zu der ohnehin schon bedrückenden Stimmung werden Themen wenig sensibel verbildlicht, die für Erwachsene traurig - und für Kinder vermutlich eine Horrorvorstellung sind.

Dadurch gerät der abermals grandiose Humor um den dicken, überaus sympathischen Panda mit der erstklassig animierten Glubschaugen-Mimik etwas in den Hintergrund. Das liegt nicht zu letzt daran, dass Po selbst weniger zu lachen hat als noch im ersten Teil, weil sich die Geschichte weniger um seine drollige Art und seinem Herzenswunsch Kung-Fu zu lernen dreht, als um seine traurige Vergangenheit. Die furiosen Fünf, die stattdessen mehr in den Vordergrund rücken, machen zwar durch flotte Action und unterhaltsame Slapstick-Kämpfe Spaß, können aber die Humorabteilung nicht alleine leiten.

Dennoch blitzt gerade nach der etwas trägen Anfangsphase immer wieder der brillante Humor auf, den die Fans des ersten Teils so lieben gelernt haben. Von herrlich bemitleidenswerten Kampfübungen des Pandas, über Fressattacken und dem Kampf gegen seinen Erzfeind - Treppen - bis hin zu einer Art Pac-Man-Ralley im Drachenkostüm durch das alte China, ist alles drin'. Wer sich von einer für einen Animationsfilm ungewohnt düsteren Atmosphäre und etwas träge erzählten Geschichte nicht abschrecken lässt, wird mit  'Kung-Fu Panda 2' unterhaltsame 90 Minuten verbringen. Wer auf Gute-Laune-Filme steht hat immerhin noch an dem durchweg sympathisch-gemütlichen Panda, dem fantastisch animierten Pfau-Bösewicht und den lustigen Gags Spaß. Alle Anderen können ja während dessen Frauenfußball gucken gehen.


4/6 Fists of Excellence



Montag, 6. Juni 2011

Hangover 2 - Drei Wölfe und ein Affe

Er könnte auch als Dokumentarfilm durchgehen. Immerhin demonstriert das Wolfsrudel um Bradley Cooper, Zach Galifianakis, Ed Helms und Justin Bartha in Hangover 2 erneut eindrucksvoll, was passiert, wenn man einen Partyabend mit zu viel Alkohol und  chemischen Muntermachern anreichert. Mit dem Unterschied, dass die Jungs ihr Gedächtnis, anders als im Überraschungshit von 2009, nicht in Las Vegas verlieren, sondern im Thailändischen Bangkok - oder wie Alan (Zach Galifianakis) sagen würde: In "T-Hailand".

Der Tapetenwechsel ist dann aber auch schon die wesentlichste Neuerung. Ansonsten läuft in T-Hailand alles genauso ab, wie wir es aus Hangover kennen. Das Wolfsrudel trinkt im Rahmen einer Hochzeit einen über den Durst und wacht am nächsten Morgen verkatert - und vor allem ohne Erinnerungen an die letzten 24 Stunden in einem ramponierten Hotelzimmer auf. Herauszufinden wie sie dort gelandet sind, wie Alan seine Haare verloren hat und wie Stu an ein frisch gestochenes Tattoo gekommen ist, ist die Aufgabe der 102 Filmminuten. Alles beim Alten also. Genau das entpuppt sich aber als Fluch und Segen zugleich.

Es ist durchaus angenehm eine Fortsetzung aufgetischt zu bekommen, die nicht versucht ihren Vorgänger neu zu erfinden und am Ende so wirkt, als hätte man alle Ideen, die es nicht in den ersten Teil geschafft haben, in Teil Zwei verwurstet. Hangover 2 ist ein echtes Hangover. Mit jeder Menge mehr vom Gleichen. Das ist gut. Umso ärgerlicher ist es, dass die einzelnen Hinweise auf den Ablauf der in Vergessenheit geratenen Partynacht bei Leibe nicht so geschickt und liebevoll mit einander verknüpft sind, wie gewohnt. Das Gefühl, dass die drei Vorstadt-Normalos im Großstadtdschungel von einer Katastrophe in die Nächste stolpern, geht dadurch etwas verloren.

Vielmehr entpuppt sich Hangover 2 als verkapptes Gangster-Epos. Samt der obligatorischen Drogenbosse, Undercoverbullen und Waffendealern. Beeinflussten die Taten der drei Trunkbolde im ersten Teil noch einen überschaubaren Mikrokosmos - zerlegen sie in Bangkok gar einen ganzen Straßenzug. Das ist einerseits cool - wirkt aber oft überdreht und albern. Das liegt nicht zuletzt daran, dass der ebenfalls aus dem ersten Teil bekannte, durchgeknallte Asiaten-Gangster Mr. Chow (Ken Jeong) mehr in den Mittelpunkt rückt, als es den drei Hauptfiguren und den Zuschauern lieb ist. Dadurch wirkt der Humor oft, als wäre er nur auf den drei abgedrehtesten Figuren des Films aufgehängt: Dem debilen Trottel Alan, dem Pseudogangster Mr. Chow, sowie einem kleinen, zigarettenschnorrenden Affen.

Rührt man die Zutaten zusammen erhält man folglich einen durchaus lustigen Film, der es trotz guter Ansätze aber nicht schafft, an das Niveau seines Vorgängers anzuknüpfen. Dafür ist er zu albern und oberflächlich und konzentriert sich zu stark auf einzelne Figuren. Zugleich scheitert dadurch der Versuch Hangover in ein erwachseneres Gangster-Szenario einzubauen - und das trotz Schießereien, Verfolgungsjagden und Blutspritzern am Auto. Umso erstaunlicher, dass der Film die Lachmuskeln trotzdem mächtig strapaziert. Das liegt vor Allem an Comedy-Ass Zach Galifianakis (Ich! Hasse! Diesen! Nachnamen!...Ga-li-fia-na-kis...so), aber auch an den gewohnt flotten Dialogen, den ständigen Überraschungsmomenten und abgedrehten Charakteren. Und hey...es gibt einen rauchenden Affen!


4/6 Fists of Excellence



Dienstag, 10. Mai 2011

Fast Five - der Dwayne macht alles kaputt

Oh Yeah! Endlich isser' da - der neue Fast and Furious-Film. Als Freund von schneller Action und kurvigen Karosserien (Ha!) habe ich mich seit Monaten auf dieses Kinodate mit Paul Walker, Vin Diesel und ...Moment...Dwayne 'The Rock' Johnson (?!) gefreut. Vermutlich ist der Film genau daran gescheiert. An meinen hohen Erwartungen - nicht am Dwayne.

Wobei der auch nicht ganz unschuldig daran ist, dass Fast Five phasenweise zu einer langweiligen und obendrein teils unlogischen Schießbude wird. Der Gute kann halt nur Krawumm. Nicht einmal Sylvester Stallone gibt sich einen albernen Künstlernamen á la 'The Rock'! Der sollte sich aber mal die Handynummer des kantigen Herren geben lassen, denn wer derart Leinwandfüllend (sein Kreuz ist gigantisch!) durchs' Bild wankt, würde auch eine gute Figur in The Expendables 2 machen.

Und genau da liegt das Problem von Fast Five. Bevor The Rock seinen großen Auftritt als eiskalter Polizeipanzer hat, ist der Film durchaus cool. Dominic Toretto und das Blondchen O'Conner jagen Dinge in die Luft, klauen schnelle Autos und klopfen coole Sprüche. Sobald sich dann aber nach etwa 30 Minuten die Geschichte um einen korrupten Drogenboss in Rio, auf dessen Geld es Torettos Gang abgesehen hat, und dem Dwayne seiner Jagd auf eben diese Gang entfaltet, verkommt der Film leider zu einer Mischung aus Schießbude und Psychiatercouch.

Während The Rock in Gestalt von Special Agent Luke Hobbs eine erstaunliche Menge Leichen auf seinem Rachefeldzug durch Rio ansammelt, wird bei den Torettos gefühle fünf Mal gegrillt, zehn Mal an irgendwelchen Autos herumgeschraubt und x-Mal mit schweifendem Blick irgendwo in irgendne' Ferne geguckt. Ich habe grundsätzlich nichts gegen heißes Fleisch (nochmal Ha!). Aber mit der geselligen Esserei geht leider viel zu oft viel zu viel Dialog einher. Und wir reden hier von einem Film mit Vin Diesel. Klar soweit? Im ersten Fast and Furious-Teil hätten die Freunde ihre Rippchen noch während eines 1-Mile-Runs in ihren Autos verputzt!

Am Ende ergibt sich für mich eine gespaltene Meinung über den neuesten (und vermutlich doch nicht letzten) Ableger der Fast and Furious-Reihe. Es macht viel Spaß zu sehen, wie die gesamte Gang mit den Torettos, O'Conners, Romans und Hans (Plural von Han - nicht der Hans!) zusammenkommt (zusammen kommen tut dieses Mal übrigens keiner. Für Sex war in Fast Five kein Platz mehr). Trotzdem fehlt mir diese typische Fast and Furious-Atmosphäre, weil der Film scheinbar zwanghaft versucht innerhalb seiner knappen zwei Stunden alle Fragen zu beantworten, die die vier Filme vor ihm aufgeworfen hatten. Weniger wäre da mehr gewesen. Weniger muss man sich auch vom Dwayne wünschen. Weniger sinnlose Ballerei, weniger Logikfehler in den Handlungen seines Charakters und bitte, bitte weniger Text.


3/6 Fists of Excellence